Sehnsucht nach Kultur wurde mit einem Theaterabend in Wannweil endlich gestillt

VON CHARLY HAFNER

Wannweil. Endlich mal wieder konnte der SV Wannweil 1921 e.V. zu seinem beliebten Theaterabend einladen, zum 13. Male. Der letzte fand im Januar 2020 statt. Auch der jetzige Termin musste zweimal verschoben werden. Auch bedingt durch die verschiedenen Coronaregel-Stufen. Und damit waren auch die Besucheranmeldungen verständlicherweise nicht so groß wie in den anderen Jahren und reichten somit nur zu weniger als eineinhalb Vorstellungen. Daraufhin wurde deshalb diesmal die Vorstellung durch die Theatergruppe des Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Trochtelfingen, auf einen Tag, den Samstag 9.4. 2022, anstatt auf zwei Tage festgelegt.

Der Vorstand Walter Binder begrüßte die rund 190 Zuschauer, Bürgermeister Dr. Christian Majer und die anwesenden Gemeinderäte, die Darsteller und das Saalpersonal das für das leibliche Wohl sorgte, wie üblich, in seiner charmanten Art. Und danach konnte der Dreiakter Partnervermittlung „Flammendes Herz“, von Rolf Sperling und Stefan Beermüller, dieses Mal mit nur 6 Darstellern, beginnen.

Isabelle Wackernagel (Anna Rist) und ihre Mitarbeiterin Elvira Hämmerle (Sabine Hack) betreiben eine unkonventionelle Partneragentur, aber erfolgreich. Ihr Angebot klassische Vermittlung von Damen und Herren. Zusätzlich machen sie Eheberatungen und Postdienste, wie auch immer das alles zusammenpasst. Aktuell ist ihr Auftrag die Ehe von Heiko (Patrick Hack) und Petra Schmidt (Susanne Klingenstein) wieder auf die Spur zu bringen. Wer die Schuld trägt, da geht die Meinung aller vier Beteiligten weit auseinander.

Da gibt es auch noch den potenziellen Neukunden Wolfgang (Ecki Geisse). Dieser will noch nicht sofort einen Vertrag mit der Agentur abschließen. Er schein sowieso schwer zu vermitteln zu sein. Und der gutaussehende Rudi Müller (André Schiffner) versteht nicht, warum er keine Partnerin findet. Es ist so wie es oft ist. Bei anderen kommen die beiden Agenturdamen besser klar und sind erfolgreicher als in ihrem eigenen Leben. Sind sie doch selbst in Onlineforen für Partnervermittlungen bisher erfolglos auf der Suche nach einem Lebenspartner. Und der oberste und wichtigste Grundsatz ihrer Agentur und ihres Bestrebens ist, dass die Kunden in ihrer Vermittlungsdatei für sie unbedingt tabu sind. Aber jeder Grundsatz kann auch mal wackeln und aufgegeben werden. Und das gab allerhand Verwirrungen und lohnte sich wieder mal live und in Farbe zu sehen. Für einen kurzen, aber dennoch beklatschten Einsatz kam auch die Putzfrau (Conny Geisse) noch auf die Bühne. Sie sprang bei den ersten Aufführungen krankheitsbedingt für Andrè Schiffner ein, der in Wannweil wieder spielen konnte. In einem turbulenten Ende wurde dann alles entwirrt und aufgeklärt, natürlich unter viel Gelächter und großem Applaus.

Schon beinahe traditionell dankte nach großem Applaus Walter Binder allen Darstellern, dem Publikum und den anderen helfenden Händen, die zum Wohle der Gäste sorgten. Besonders auch den Mitarbeitern hinter den Kulissen, wie Regisseurin Anja Müh, dem Team Müh-Friseure, Ewald Klingenstein und dem Hausmeister der Gemeindehalle Steffen Ludäscher für die Technik, Dennis Geisse verantwortlich für guten Ton- und ausreichend Licht. Die Freude auf das nächste Theater beim SV Wannweil 1921, hoffentlich im Jahre 2023, dürfte auf jeden Fall wieder geweckt sein.